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Ausgehen – Transfamily
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Ausgehen

Wir gehen aus ! Düsseldorf live !

Wir hatten es endlich nach langem hin und her geschafft.
Wir gehen raus!
Ausgesucht hatten wir uns die Schwulenszene Düsseldorfs. Wir hatten vier Lokale rausgesucht übers Internet. Schon lange hatten wir vor da mal rein zugehen, aber erst jetzt passte es. Die Angst war doch relativ groß als Frauen in eine Ecke gestellt zu werden. Dennoch, voller Tatendrang und Überzeugung, zogen wir los.

Es regnete in Strömen. Also entschieden wir uns, auch um die lange vorbereiteten Frisuren nicht noch mehr zu schädigen direkt in den dritten Laden zu gehen und die ersten beiden gar nicht erst aufzusuchen.

Schon vor der Bar war uns beiden klar, das wird interessant! Wir mussten beide mal auf die Toilette und hatten keine Ahnung wo die sein könnte. Freundlich wurden wir begrüßt. Ok, uns blieb nichts anderes übrig.
Entschuldigung, wo ist denn hier das Klo?
Der Barkeeper antwortete:
Wartet ihr braucht nen Schlüssel dafür
Als wenn wir es nicht geahnt hätten: das Damenklo!
Jetzt mussten wir was tun und reagieren.
Warum schließt ihr denn das Männerklo ab?
Der Barkeeper:
Nee das ist offen!
Ja und wofür brauchen wir dann nen Schlüssel, wir gehen auf das Klo, das zu uns passt, da brauchen wir dann keinen Schlüssel!
Es war geklärt!
Auch unsere Namen auf dem Deckel waren dann nur noch Formsache und wurden als selbstverständlich genommen.
Es war leer, da außerhalb ne Veranstaltung lief. Ein Abend begann, in dem wir einfach so genommen wurden wie wir sind.

„Zwei Jungs gehen aus!!!!“

Offene Gespräche über trans, über Sex und alles unter Männern. Einmal außerhalb, ohne von trans umgeben zu sein zu erleben, dass wir als Kumpels ausgehen, bei den Männern akzeptiert sind und mit Respekt behandelt werden, völlig selbstverständlich als Mann gesehen werden und uns auch so geben und unterhalten zu können war befreiend.

Es war ein echter Schub fürs Ego. Offen, ehrlich, unverblümt, Realität. Eine durchweg schöne Erfahrung.

Wir zogen, obwohl es uns dort sehr gefiel weiter. Wir wollten ja noch mehr erleben. Im zweiten Club, war es auch ruhig. Wir setzten uns an einen Tisch. Zeit den Abend bis jetzt Revue passieren zu lassen und zu schauen wies weiter geht. Menschen setzten sich zu uns und wir unterhielten uns, wir wurden einfach integriert und respektiert.

Dann war es wieder so weit. Die Frage nach der Toilette. Ok, aufs Neue.
Entschuldigung, wo ist denn hier das Klo?
Unten, aber ihr braucht ’nen Schlüssel!
Also das kannten wir ja schon.
Der eh schon vom Charakter her sehr unsichere Kellner, den wir gefragt hatten, der zudem noch seinen ersten Tag hatte bekam eine ähnliche Antwort, wie der Barkeeper in dem anderen Club.
Nee, brauchen wir nicht, wir gehen schon auf das Klo, auf das wir gehören! Aber danke!
Dann geschah etwas was ich so nicht gedacht hätte. Der Kellner kam zu uns, entschuldigte sich dafür, dass er uns auf das falsche Örtchen schicken wollte und wurde, obwohl doch noch etwas mehr verunsichert durch unsere offene Art zu uns zu stehen, lockerer.

Es war ein Abend fürs Selbstbewusstsein. Zu sich zu stehen, offen mit trans und sich und seinen Bedürfnissen umzugehen, hat eine große Außenwirkung gezeigt. Akzeptanz, Toleranz, ein ehrlicher Umgang mit uns, eben als Mann, waren das was wir erlebt haben und das was uns wirklich auch einmal gut getan hat. Unsere Umwelt hat uns genommen wie wir sind und uns auch gezeigt, dass sie mitziehen und wir nichts Besonderes oder Außergewöhnliches sind, sondern einfach zwei Kumpels, Jungs, die ausgehen!

Zum Schluss wurden wir noch gedrückt und weiter zum men dance geschickt. Doch es reichte es war spät und es war genug für diesen ersten Abend. Mit sich und mit seiner Umwelt offen umzugehen, zu sich zu stehen zeigte an diesem Abend einfach eine riesige Wirkung. Wir sind Männer und in dieser Welt angenommen, angesehen und integriert.

Das Motto der kleinen Möwe Jonathan stimmt:  “Du kannst erreichen was du wirklich willst!“
Jonas

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